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In etwa 150 Posts habe ich hier allerlei Überlegungen im Zusammenhang mit einem berufsbegleitenden Ethiklehrerstudium an der MLU angestellt. Nach drei Jahren ist  endgültig Schluss. Ich höre aber nicht auf zu denken und bleibe weiter geschwätzig:

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Klar, deutlich, inadäquat

In seiner kleinen Schrift „Betrachtungen über die Erkenntnis, die Wahrheit und die Ideen“ schreibt Leibniz:

Die Erkenntnis ist nun entweder entweder dunkel oder klar; und die klare wiederum entweder verworren oder deutlich; und die deutliche entweder inadäquat oder adäquat und gleichermaßen symbolisch oder intuitiv: Ist sie aber zugleich adäquat und intuitiv, dann ist sie gänzlich vollkommen. Weiterlesen

Liebe und Verstand

Mit diesen Worten beginne ich den Unterschied zwischen Weisheit und Philosophie zu begreifen:

Frage: Was ist Liebe?

Maharaj: Wenn das Gefühl von Trennung und Unterscheidung nicht vorhanden ist, dann können Sie es Liebe nennen.

Frage: In der Liebe muss es Dualität geben, den Liebenden und das Geliebte.

Maharaj: In der Liebe gibt es noch nicht einmal den Einen, wie kann es da zwei geben? Liebe ist die Weigerung zu trennen, Unterschiede zu machen. Bevor Sie an Einheit denken können, müssen Sie erst die Zweiheit abschaffen. Wenn Sie wirklich lieben, sagen Sie nicht: „Ich liebe Sie.“ Wo immer etwas in Gedanken gefasst wird, gibt es Dualität.

Frage: Ist es die Liebe, die die Brücke zwischen dem Geist und dem Körper schlägt?

Maharaj: Was sonst? Der Verstand schafft den Abgrund, das Herz überwindet ihn.

Nisargadatta

Was mir noch so vorschwebt, wäre Liebe zum Verstand. Was passiert, wenn Liebe und Verstand fusionieren? Wäre das dann wieder Philosophie als Liebe der Weisheit.

Ein Fußtier auf dem Fahrrad

In Platos Sophistes wird die Dihairesis des Anglers betrieben. Unter anderem werden die Tiere in Landtiere und Wassertiere eingeteilt. Die Landtiere laufen und brauchen einen festen Untergrund. Die Wassertiere schwimmen ohne Untergrund, so wie die Vögel in der Luft schwimmen.

Gestern rollte ich auf meinem Fahrrad auf einem glatten Wege durch einen frühlingsgrünen Laubwald. Eine Tätigkeit, die mich schon mehrfach in Verzückung versetzt hat. Auf dem zweidimensionalen, festen Weg war ich eindeutig das Landtier. Der Weg gab mir Halt, Sicherheit. Die Schneise, geschlagen durch den Wald, versiegelt mit Asphalt, ermöglichte es mir überhaupt erst, mich auf meinem Kunstprodukt Fahrrad fortzubewegen. Aber mit meinen Augen schwamm ich zwischen den Ästen und Blättern. Ganz Wassertier.

Ich war das Gegenteil von Sillys fliegendem Fisch, ein Teil von mir verließ das eingeschränkte Landtierdasein. Und überhaupt: so ein Affe, der gewandt sich durch die Wipfel schwingt – läuft oder schwimmt der.

Armseliges tertium non datur. Kann schon sein, dass es möglich ist, auf dem Fundament von Logik und Satz vom ausgeschlossenem Dritten stabile Türme aus lauter „S-ist-P“-Propositionen zu bauen. Aber dieser Apparat scheint mir unzureichend, mich fühlend durch die Welt zu bewegen.