Resümee

2 Jahre Nebenbeischnellbesohlung Praktische Philosophie: Mir spuken 4 Sachen besonders im Kopf rum:

  1. Hegel
  2. Moralisches Urteilen
  3. Methaetik
  4. Die Einfachheit Gottes

Hegel

Hegels Dialektik ist mein Favorit. Überall sehe ich Negationen der Negation, Einheit und Kampf der Gegensätze. Aber nicht mehr so mechanistisch wie zu Parteilehrjahrzeiten.

Mit mildem Verständnis aber auch Traurigkeit sehe ich all die wilden Anti-istInnen, die alle nur den Negationsteil eines Widerspruchs angreifen.

Am Spannendsten für mich Hegel sein Für-Sich-Sein und Für-Andere-Sein. Die Unmöglichkeit des isolierten Menschseins. Ein Appell gegen westlich überzogenen Individualitätskult und gegen unreflektierte archaische Hordenmentalität.

Oder das Raunen asiatisch-Toller Weisheit, die predigt, ich sei nicht mein Denken und ich solle mich gefälligst auf mein Sitzkissen setzen und meditieren, bis das Denken zur Ruhe komme. Das kann ich schon einsehen, dass ich nicht mein Denken bin. Aber natürlich ist es Unfug, das, was von mir bleibt, wenn ich das Denken weglasse, mein wahres Ich zu nennen. Ich bin die dialektische Einheit meines Denkens und Nicht-Denkens. Genauso wie ich die Einheit aus meinem Für-mich-Sein und meinen Beziehungen zu anderen bin.

Moralische Urteilen

Als Ergebnis dieser Vorlesung bleibt mir das Negativergebnis: Es ist nicht möglich eine einfache Globaltheorie darüber aufzustellen, welche Handlungen gut/richtig und böse/falsch sind.

Methaethik

Moralische Urteile sind Sprechakte. Sie haben eine deskriptive und eine performative Bedeutung. Die performative Bedeutung ist ein schnöder Imperativ. Dieser Zusammenhang ist den wenigsten bewusst. Moralisierer sind stolz auf ausgeklügelte Systeme deskriptiver Bedeutung. Die meisten Menschen können aber an sie gerichtete Imperative nicht leiden. Deshalb ist Moralisieren so uneffektiv.
Was effektiver scheint, ist folgendes: Moralisierender und Moralisierter erkennen, dass sie im selben Boot sitzen und überlegen gemeinsam, wie für sie das Leben schöner wird.

Die Einfachheit Gottes

Die alten Scholastiker haben viel Hirnschmalz darauf verwendet, nachzuweisen, dass es möglich ist, dass Gott einfach ist und gleichzeitig allwissend, allmächtig, gütig, … Gott ist mir relativ wurscht. Aber diese Eigenschaft der Einfachheit macht mich momentan nachdenklich. Ist es richtig, einen Menschen als Konglomerat seiner Eigenschaften zu betrachten, ihn zu ergründen, indem ich immer mehr Eigenschaften quantifiziere. Wäre es nicht viel schöner und angebrachter, diesen meinen Mitmenschen als (göttliche) einfache Entität zu sehen. Und die Eigenschaften sind wie unterschiedliche Lichtreflexionen eines geschliffenen Diamants.

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