Materialistische Auferstehung

Wenn Gott tatsächlich allwissend, allmächtig und ewig ist, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten. Mein Tod bedeutet dann das Ende meiner materiellen Existenz. Aber Gott weiß alles über mich, enthält ein vollständiges Abbild meiner Persönlichkeit. Und wenn sein Wille es entscheidet, kann er mich dereinst wieder rekonstruieren. Und zwischendurch war ich nur in Gott.

Atheistische Erleuchtung

In der Vorlesung über Gott ging es um die Einfachheit Gottes. Wie in Gott Essenz und Existenz zusammenfallen, wie die unterschiedlichen Gott zugeschriebenen Eigenschaften eigentlich keine unterschiedlichen Eigenschaften seien, sondern nur Facetten des Einen, wie Gott jenseits von Zeit und Raum existiert…

Und der bockige Atheist in mir frohlockte. Dieser hyperabstrakte, transkategoriale Gott verträgt sich prima mit meinem Un-Gott, an den ich glaube: Die Welt existiert und ist kohärent. Mir wurde echt richtig froh ums Herz. Denn die beiden sind wirklich Zwillingsbrüder. Und für einen kurzen Moment konnte ich spüren, dass auch mein Un-Gott allerlei personal interpretierbare Eigenschaften hat. Sehr erfreulich, erlaubt es mir doch diese entdeckte Verwandtschaft, mich auch an den Quellen von Sinn bzw. Spiritualität dieses Gottes zu laben. In dieser Hinsicht ist mein Un-Gott nämlich etwas spröde.
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Meine aktuellen Probleme mit Gott & Co

meine Fragen haben alle denselben Ursprung. Meine geistige Herkunft ist in der Terminologie von Herrn Aichele der materialistische Reduktionismus. Dort fühl(t?)e ich mich sicher, warm und wohl. Und jetzt diese Ausbildung, die behauptet, mein Heimatdorf sei auf Sand gebaut. Mein Herz, dass sich nach Heimat und Sicherheit sehnt, brubbelt und kollert. Mein Verstand hat viele offene Fragen. Weiterlesen

Kantiger Buddhismus

In der Auseinandersetzung mit Kant seiner Ablehnung der Existenz als Prädikat eines Dings ging es nochmal um Real- und Nominaldefinitionen. Und da hieß es, dass Menschen in ihrer Endlichkeit zu beschränkt sind ordentliche Realdefinitionen zu handhaben. Sie sind auf Begriffe, auf Nominaldefinitionen angewiesen. Das heißt, wenn Menschen denken, wälzen sie Begriffe hin und her, Begriffe, die nie die Welt in ihrer Komplexität erfassen. Und auch wenn ich über einen bestimmten Menschen nachdenke – und zwar nicht über Sokrates – sondern einen, der mir nahe steht, etwa Frieda. Dann rauscht mir Frieda als Begriff durch die Rübe und diese Begriffsfrieda ist viel weniger als die Frieda, die mir gegenübersitzt und mich ansieht. Und wenn mir diese Differenz nicht bewusst ist, dann ist Stress vorprogrammiert. Ruft fernöstliche Weisheit deshalb aufs meditative Sitzkissen, um die Wirklichkeit hinter dem Denken zu suchen? Setzt sie deshalb Leiden und Denken in eine enge Beziehung?

3 x Gott

In der Vorlesung Gott klopfen wir streng rational ab, was es über Gott als nicht empirisch untersuchbares Dingens zu wissen gibt.

Im Seminar über Augustinus hieß es: Über Gott streng rational nachdenken füllt das Thema nicht vollständig aus. Es bleibt ein Rest.

Im Seminar zur Sprechakttheorie wurde der logische Positivismus kurz erwähnt: Der erklärt alles nicht empirisch Erklärbare kurzerhand zu Scheinproblemen.

Und doch passt alles zusammen. Wahrscheinlich muss jede Zeit und jeder Mensch seine eigene Antwort auf die Differenz zwischen der eigenen Beschränktheit und der für den menschlichen Geist zu komplexen Welt finden.