Propheteninvasion

Ich habe mich ja schonmal über das Thema aufgeregt. Und jetzt in der praktischen Philosophie geht das weiter. Einer nach dem andern begeistert sich für Euklidische Geometrie oder später die modernen Naturwissenschaften und kommt dann mit der ultimativen Ethikformel. Aristoteles lässt einfach so, geradezu axiomatisch, alle nach dem Guten streben. Die Stoiker bleiben cool und ertragen alles mit Gelassenheit. Hobbes droht mit dem Leviathan. Kant befreit sich mit seiner Aufklärung von selbstverschuldeter Unmündigkeit, um sich mit allerlei Pflichtgedöns seinem kategorischen Imperativ zu unterwerfen. Nächste Woche kommt dann noch Hegel…Wenigstens bläst mein Aristoteleslehrer Ulrich Seeberg in ein ähnliches Horn: 

Die abendländische Philosophie weist nun darüber hinaus die Eigentümlichkeit auf, nach grundlegenden Begriffen oder Aussageweisen zu suchen – den Kategorien -, die über den bloßen Wechsel oder die potentiell unendliche Vielfalt von Situationen hinausgehen: ethische Grundsachverhalte und -begriffe wie auch erkenntnistheoretische.

Keiner hat den Arsch in der Hose zu sagen: Sorry es kann ja sein, dass es gut tut Gutes zu tun, aber mir fällt echt kein toller universeller Grund ein, warum man es tun sollte. Die einzige Ausnahme, die mir bisher begegnet ist, ist Günther Anders.

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