Gewaltfreie Kommunikation & Ethik

Als wissenschaftliche Hausarbeit so ein Textchen: „Bezüge der Gewaltfreien Kommunikation zu den Ethiken von Immanuel Kant und Aristoteles“

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Jiddu Krishnamurti

raunt:

Alle Ideologien, ob religiöse oder politische, sind idiotisch, denn es ist das begriffliche Denken, das begriffliche Wort, das die Menschen auf so unglückliche Weise spaltet.

Aber vielleicht schüttet er das Kind mit dem Bade aus. Nach mal wieder einem Semester Aristoteles ist schon klar, dass die Begriffe erbärmlich grobe Werkzeuge sind, sich über die Welt zu verständigen. Aber was bleibt ohne Sprache?

Sind die Menschen „unglücklich gespalten“, weil sie begrifflich denken oder nur weil sie nicht begreifen, was begriffliches Denken bedeutet und Einzelnes und Begriffe munter mischen, wenn sie ihnen „durch die Rübe rauschen“.

Vielleicht reicht es, das begriffliche Denken zu begreifen und seine Möglichkeiten und Beschränkungen auszuloten. Es kann nicht darum gehen, in Magie und Mystik allein zurück zufallen. Ungefähr so, wie in der Gewaltfreien Kommunikation, bei der es nicht darum geht, das bewertende, interpretierende Denken der Wolfssprache zu verbieten, sondern aufzuheben.

Werte und Bedürfnisse

So wie es bei mir angekommen ist, haben wir ja die „heiligen“ Normen und Werte gründlich demontiert. Wir haben den bayrischen Ansatz des Ethikunterrichts verworfen und sind auf ethische Reflexion eingeschworen. Im Lehrbuch „Ethisch Argumentieren“ werden Wertidealismus und Wertnaturalismus einigermaßen verworfen: „Gegenwärtig wird von einer Mehrheit der Ethikerinnen und Ethiker ein wertsubjektivistischer Begründungsansatz vertreten.“ Das verträgt sich gut mit der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg. In einem Seminar habe ich mir mitgeschrieben:

Es kann sein, dass es über Werte keinen Austausch gibt. Über Bedürfnisse gibt es immer Einigung.

Und das ist genau der Punkt. Wenn ich Wertsubjektivismus bejahe, dann können diese subjektiven Werte eigentlich gar keine Grundlage ethischer Überlegungen mehr sein. Ist aber nicht schlimm. Als Menschen haben wir alle dieselben Bedürfnisse, trachten danach sie zu befriedigen und es bereitet Freude/minimiert Schmerz, nach Strategien/Handlungsoptionen zu suchen, die allen Beteiligten guttun.