Wortfetzen des Tages

Aufhebung der Sein-Sollen-Dichotomie

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Hume

wird mir immer sympathischer:

Die Vernunft ist nur Sklave der Affekte und soll es sein; Sie darf niemals eine andere Funktion beanspruchen, als die, denselben zu dienen und zu gehorchen […]. Es läuft der Vernunft nicht zuwider, wenn ich lieber die Zerstörung der ganzen Welt will als einen Ritz an meinem Finger.
Hume: Traktat über die menschliche Natur. II, 3, 3.

Für Hume wäre klar gewesen: Eine Kritik an Kapitalismus, endlosem Wachstum und Umweltzerstörung, die die Unvernunft dieses Tuns anprangert, muss ins Leere laufen, kann zumindest nur ein erster Schritt sein.

Das Gute ist Unfug

… wie beim Essen.
Da ist es auch unsinnig nach der einen Universalformel für gutes Essen zu suchen.
Und es gibt Leute, die kochen und essen intuitiv das Richtige. Davon ausgehend, dass es auf der Welt ziemlich unterschiedliche Kochtöpfe gibt, scheint es da auch unterschiedliche Lösungen zu geben.
Und es gibt Leute, die stellen Tabellen auf über Kohlenhydrate, Eiweiße, ungesättigte Fettsäuren, … Die sagen nichts Falsches. Sie können auch erklären, warum die Leute in manchen Gegenden öfters einen Kropf bekommen oder warum manche Menschen keine Milch vertragen. Aber wenn ich nach den Tabellen esse, wird essen zur Wartung einer Maschine.
Das gute Leben ist so vielfältig wie gutes Essen – und genauso einfach bzw. schwer analysierbar. Manche Moralphilosophen erscheinen in diesem Kontext so wie Ernährungsgurus, die eine bestimmte Diät propagieren.

Warum gibt es ein Sollen

Wenn ich überblicke, was ich bis jetzt gelernt habe, dann ging es meist um die Frage: Was soll ich tun? Antwort: Das Gute. Und dann scheiden sich die Geister, was das Gute sein soll. Aber warum soll jemand das Gute tun? Der naturalistische Fehlschluss wird zwar kritisiert: Aus dem Sein folgt kein Sollen. Aber woraus denn dann? Und die Verfeinerungen von Moore und Frankena helfen da auch nicht weiter. Gibt es Denker, die darüber nachgedacht haben?
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