Was heißt „Sein“

Heureka, klick im Hirn. Ich weiß es nicht. Ich habe gemerkt, dass mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine schlüssige Erklärung, keine Definition für das Wort „sein“ oder „ist“ zur Verfügung steht. Jeder garstige Sokrates könnte mich mit geschickten Fragen in die Ecke treiben, wenn ich behauptete, ich hätte vom Konzept der Existenz mehr als nur eine Vorstellung.

Zwei Sachen fanden vor diesem Klick statt:

1. Sebastian hat mich in seinem Kommentar zu Begriff und Ding entlarvt:

Aus Ihrer Darstellung ist ersichtlich, dass sie nominalistisch Argumentieren, indem Sie die Prämisse einführen, dass es nur Einzeldinge gibt und dass diese die Gegenstände unserer Erkenntnis sind, welche letztlich als unvollkommene Begriffe (Abglanz) in unserem Kopf rumgeistern…

Diese Analyse trifft wohl zu und hat mich schwer getroffen. Vielen Dank für die Granate in ein Fundament meiner Gedankengebäude. Ich kann jetzt klarer erkennen, wie ich ticke, wenn ich unreflektiert nachdenke.

2. Im Aristotelesseminar gab es die Frage, was denn wohl typisch aristotelisches Denken sei. Es gab eine schnelle Kurzübersicht, die in der Zusammenfassung mündete, dass Aristoteles im Grunde genommen möglichst vorausetzungslose analytische Philosophie betreibe. Mir fiel das Bild von Strawson ein, der meinte, wir hätten mit unserer Sprache ein Netz vor uns mit allerlei Knoten und Verbindungen, die der Philosoph untersuche. Das Sein ist dann so ein Knoten mit besonders vielen Verbindungen zu andren Knoten. Aber die Philosophie kann gar nicht klären ob es etwas gibt, sie kann nur versuchen zu klären, was es heißt: Der Stuhl ist. Das Seiende als Seiendes eben.

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