Transtoleranz

Im Didaktikseminar hatte ich den Eindruck, dass meine Kritik an einem klassischen Toleranzbegriff, der sich an Sturm und Voltaire berauscht, auf wenig Gegenliebe stieß. Ich war ein wenig unsicher. Ist Kritik der Identität nur so eine linke Macke? Sicherheit gibt mir eine Ankündigung einer Weiterbildung (Trans)Kulturelle Vielfalt in der pädagogischen Praxis vom Friedenskreis:

… Im Kern der pädagogischen Bemühungen geht es nicht mehr nur um die Begegnung und das Zusammenleben unterschiedlicher, in sich abgeschlossener Kulturen, sondern immer mehr auch um Mischformen und Verschmelzungen, die neue pädagogische Fragestellungen aufwerfen und Potentiale bergen. …

Das Eigene in Anderen und das Andere im Eigenen – Abbau von konstruierten Fremdzuschreibungen und somit Bewertung von Menschengruppen entlang ihrer Herkunftsverortungen, Geschlechtsidentitäten, Religiositäten, Professionen, Subkulturen etc.

Nachhaltige Lebenskonzepte auf Grundlage einer auf Anerkennung und Gerechtigkeit basierenden Gesellschaft im Gegensatz zu einer hegemonialen und ethnozentischen Sichtweise auf Menschen und Gesellschaft

Ach das gibt Mut. Es gibt noch mehr Leute, denen es nicht reicht, wenn der Türke neben dem Deutschen soweit toleriert wird, dass er nicht aufgeklatscht wird, weil einfach strukturierte Menschen das Gedöns von Sarrazin & Co in physische Gewalt umsetzen.

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